Verarbeitungsanleitung von Tadelakt

Verarbeitung:

Anmischen

Je 1 kg Tadelakt-Pulver wird in 0,5 Liter Wasser eingerührt, etwa 20 Minuten stehen lassen und nochmals gründlich durchrühren. Händisch oder mit elektrischem Rührgerät.

Pigmentierung

Bis zu 10 Gewichts-% kalkechte Farbpigmente können entweder vorher mit dem Pulver vermischt oder in den angeteigten Putz eingerührt werden. Falls erforderlich noch etwas Wasser zugeben. Hier gibt es eine Anleitung zur Verwendung von Farbteigen.

Untergrundvorbehandlung

Die Untergründe müssen staubfrei und frei von Verschmutzungen sowie losen Teilen sein. Mit Sprühgerät oder Streichbürste gut vornässen. Bei stark saugenden Untergründen und warmer, trockener Witterung ist intensives Vornässen besonders wichtig. Beim ersten Putzauftrag sollte allerdings kein Wasser mehr auf der Oberfläche stehen.

Auftrag

Tadelakt sollte grundsätzlich in zwei Schichten aufgetragen werden. Der erste Auftrag des Tadelakt-Putzes wird mit einer Stahlkelle etwas über Materialstärke ausgeführt. Um eine bessere Verbindung zur zweiten Schicht zu erhalten, wird der erste Putzauftrag nicht geglättet. Die zweite Schicht wird ebenso aufgetragen, wenn die erste Schicht angezogen hat.

Kellenglättung

Diese Schicht wird zuerst mit einer Venezianerkelle verdichtet und geglättet.

Spachtelglättung

Nach der Kellenglättung wird mit Kunststoff-Spachteln weitergearbeitet. Um die oberflächlichen Poren leichter schließen zu können, wird mit einem Sprühgerät angefeuchtet.
Zum Glätten von unebenen oder profilierten Passagen sind auch kleine Kunsstoffspachteln oder Kunststoffkellen erhältlich.

Befeuchtung

Bei warmen und trockenen Verarbeitungsbedingungen sollten die angelegten Flächen mit einem Sprüh-
gerät immer wieder befeuchtet werden. Wenn erst am nächsten Tag poliert werden soll, empfiehlt es sich,
die Flächen durch Abdecken mit geeigneter Folie vor Austrocknung zu schützen.

Steinpolitur

Mit der Steinpolitur kann begonnen werden, wenn die zweite Schicht angezogen hat. Meistens am nächsten Tag.
Das Polieren sollte unter gleichmäßigem Druck, in kreisförmigen Bewegungen und mit kleinem Radius erfolgen. Da für wasserfeste Oberflächen eine Verseifung unverzichtbar ist, kann auch erst nach zweimaligem Seifenauftrag mit dem Tadelakt-Polierstein poliert werden. Das hat den Vorteil, dass der Stein besser gleitet. Dadurch spart der Handwerker bei dieser aufwändigen Tätigkeit Energie.
Die höchste Glanzstufe lässt sich erreichen, wenn nach dem ersten Anziehen und beim Verseifen mit dem
Stein wie angegeben dicht poliert wird.

Verseifung

Diese sollte frühestens dann erfolgen, wenn die Oberfläche schon angefangen hat abzubinden, spätestens jedoch am nächsten Tag. Dazu wird die Marseiller Seife mit Wasser verdünnt und mit einem nicht zu harten Pinsel aufgetragen, bis Sättigung eintritt. Nach etwa einer Stunde kann ebenso der zweite Seifenauftrag erfolgen.

Schlusspolitur

Bleiben weißliche Seifenschlieren zurück, lassen sich diese, am besten sofort, mit einem feuchten Lappen leicht entfernen. Als letzte Maßnahme, die den Glanz noch etwas steigert, empfehlen wir die Politur mit einem Ballen aus Zellophan oder ähnlichem Material.

Haltbarkeit:

Die Haltbarkeit von Tadelaktflächen ist von der Sorgfalt des Handwerkers bei der Ausführung der Arbeiten,
und von Beanspruchung und Pflege durch den Nutzer abhängig. Feine Risse gehören zum typischen Erscheinungsbild und beeinträchtigen die Qualität in keiner Weise.

Nutzung:

Tadelakt kann man, wie auch die Hamams in Marokko, täglich beanspruchen. Es sollten aber einige Dinge beachtet werden. Mit spitzen und harten Gegenständen kann die Oberfläche verletzt werden. Das Betreten mit festem Schuhwerk sollte unterbleiben.

Pflege:

Kalk ist in Säuren löslich. Deshalb dürfen keinerlei saure Mittel mit dem Tadelakt in Kontakt kommen. Scheuernde Mittel oder harte Schwämme verletzen die Oberfläche. Zur Pflege empfehlen wir die Reinigung mit verdünnter Marseiller Seife und einem weichen Tuch in Abständen von 1 – 2 Monaten, je nach Beanspruchung.

Entsorgung:

Materialreste zum Kompost oder Bauschutt geben.

Sicherheit:

Kalk ist reizend und darf nicht auf die Haut oder in die Augen gelangen! Von Kindern fernhalten!